Kirchen sind die am weitesten verbreiteten Konzerträume Europas: fast jede Gemeinde hat einen Raum mit Akustik, Atmosphäre und Bestuhlung, und viele Gemeinden öffnen ihn gern für gastierende Ensembles. Trotzdem scheitern Anfragen regelmäßig, weil der Weg zur Zusage anders läuft als bei einem weltlichen Veranstaltungsort.
Der richtige Ansprechpartner
Die Entscheidung über ein Konzert liegt fast nie bei einer einzelnen Person. Üblich ist ein Zusammenspiel aus Pfarramt, Kirchenmusik und Gemeindeleitung (Presbyterium, Kirchenvorstand oder Pfarrgemeinderat). Der beste Einstieg ist in der Regel die Kantorin oder der Kantor: Wer die Kirchenmusik verantwortet, kann Programm und Niveau einschätzen und weiß, wie die Gremien entscheiden. Bei größeren Kirchen und Konzertreihen gibt es oft ein eigenes Konzertbüro.
Rechnet mit Vorlauf: Gremien tagen monatlich, und beliebte Kirchen sind in der Konzertsaison früh belegt. Sechs bis zwölf Monate Vorlauf sind realistisch, bei bekannten Stadtkirchen eher mehr.
Übliche Kostenmodelle
Die Bandbreite ist groß, drei Modelle kommen am häufigsten vor. Die genannten Größenordnungen sind Erfahrungswerte aus der Praxis und unterscheiden sich je nach Region und Kirche erheblich:
- Spendenbasis: Die Gemeinde stellt den Raum, das Ensemble sammelt am Ausgang für einen kirchlichen Zweck oder teilt die Kollekte mit der Gemeinde. Verbreitet bei Gemeindekonzerten und kirchenmusikalischen Reihen.
- Nutzungspauschale: Ein fester Betrag für Raum, Strom, Heizung und Küsterdienst. Je nach Größe und Lage der Kirche liegt die Spanne erfahrungsgemäß im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich, bei bedeutenden Stadtkirchen darüber.
- Eintrittskonzert mit Vereinbarung: Das Ensemble verkauft Karten und zahlt Miete oder eine Beteiligung. Hier ist eine schriftliche Vereinbarung über Einnahmenaufteilung, Werbung und Nebenkosten dringend zu empfehlen.
In jedem Fall gehört die Frage nach GEMA beziehungsweise der jeweiligen Verwertungsgesellschaft ins Erstgespräch: Manche Gemeinden haben Pauschalverträge, die Konzerte einschließen, viele nicht. Wer anmeldet und wer zahlt, sollte schriftlich festgehalten werden.
Programm und Raum
Die meisten Gemeinden erwarten kein rein geistliches Programm, aber ein Programm, das zum Raum passt. Ein offenes Gespräch über das Repertoire erspart Missverständnisse, besonders bei weltlicher Musik, Jazz oder Pop-Arrangements. Praktische Punkte, die vorab geklärt werden sollten:
- Nutzung von Orgel oder Flügel und deren Stimmung
- Nachhall: lange Hallzeiten verlangen angepasste Tempi und Literatur
- Heizung im Winter und deren Vorlaufzeit
- Podeste, Bestuhlung, Beleuchtung, Stromanschlüsse
- Einsingraum, Garderobe, Sanitärräume
- Plakatierung und Ankündigung im Gemeindebrief
Kirchen finden mit Concertbase
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