Ein Weihnachtsmarkt-Programm mit Musik entsteht im September, nicht im November. Chöre, Posaunenchöre und Bläserensembles legen ihre Adventstermine bis Oktober fest, die guten Wochenenden sind dann vergeben. Dieser Artikel zeigt, wie Marktbüros, Kulturämter, Werbegemeinschaften und Vereine das Programm für Weihnachtsmarkt, Adventsmarkt und Adventsfeier planen: den Zeitplan, die passende Besetzung je Bühne, was Sängerinnen und Bläser bei Kälte brauchen, welche Gegenleistung üblich ist und was in die Ausschreibung gehört. Alle Zahlen sind Erfahrungswerte aus der Praxis, je nach Region und Markt unterschiedlich.

Der Zeitplan: September bis erster Advent

Wann Was Warum
SeptemberMarkttage, Bühnenzeiten und Musikbudget festlegen, Ausschreibung aufgeben, Stammensembles der Vorjahre anfragenChöre proben ihr Adventsprogramm ab September und verteilen ihre Auftritte im Oktober; Posaunenchöre werden von Gemeinden zuerst gefragt
OktoberZusagen einholen, Belegungsplan je Bühne und Tag, Absprache zu Bühne, Strom, Wetterschutz und BewirtungAb Mitte Oktober sind die Adventswochenenden der meisten Ensembles verplant
Anfang NovemberProgramm veröffentlichen (Plakat, Website, Gemeindebrief, Presse), Ansprechpartner je Tag benennenBesucher planen Adventswochenenden früh; Ensembles bringen ihr eigenes Publikum mit, wenn sie das Programm teilen können
Zwei Wochen vor dem AuftrittLetzte Bestätigung je Ensemble: Uhrzeit, Aufbau, Strom, Bewirtung, Parkplatz, HandynummerKurzfristige Ausfälle durch Krankheit sind im Advent häufig; ein Ersatz aus der Warteliste braucht eine Woche
Am TagBühne fertig vor Ankunft, Getränke warm, Platz zum Aufwärmen, Ansage des Ensembles mit NamenEin Ensemble, das gut empfangen wurde, kommt im nächsten Jahr wieder

Welche Besetzung zu welcher Bühne passt

Der Weihnachtsmarkt ist für Musik ein schwieriger Ort: Laufpublikum, Kälte, Glühweinstände mit eigener Beschallung, Dämmerung ab 16 Uhr. Was dort funktioniert, unterscheidet sich von der Adventsfeier im Saal und vom Adventskonzert in der Kirche.

Rahmen Passt Dauer (Erfahrungswert) Passt weniger
Marktbühne im Freien, LaufpublikumPosaunenchor, Bläserensemble, Blasorchester mit Weihnachtsprogramm, Jagdhornbläser; große Chöre mit Verstärkung30 bis 45 Minuten, bei Frost kürzer, zwei Blöcke mit PauseKammerchor a cappella, Streicher, Holzbläser (Kälte, Stimmung, Lautstärke)
Kirche am Markt, Türen offen oder Konzert zur festen ZeitChöre aller Größen, Gospelchor, Bläser mit Orgel, Kinderchor30 bis 60 Minuten, mehrere kurze Auftritte über den Tag ("Musik zur Marktzeit")Big Band mit Anlage, Stimmungsprogramm
Adventsfeier im Saal, Vereinsheim, BürgerhausChor, Bläserquintett, Streichquartett, Schulorchester, Kinderchor30 bis 60 Minuten mit MitsingliedernBlasorchester in voller Stärke (Platz, Lautstärke)
Adventsfenster, Eröffnung, Baumaufstellen, NikolausumzugPosaunenchor, Bläserquartett, Spielmannszug, kleiner Chor10 bis 20 Minuten, drei bis fünf StückeAlles, was Aufbauzeit braucht
Verkaufsoffener Sonntag, FußgängerzoneWandernde Bläsergruppen, Straßenchor, Drehorgel mit ChorZwei bis drei Stationen je 15 MinutenEnsembles mit Pulten und Stühlen

Was Chöre und Bläser bei Kälte brauchen

  • Bühne mit Dach und Rückwand. Wind von hinten nimmt einem Chor die Hälfte der Lautstärke; ein Zeltdach schützt Noten und Instrumente vor Nieselregen.
  • Strom und Licht. Ab 16 Uhr ist es dunkel: Pultleuchten oder ausgeleuchtete Bühne, eine Steckdose am Podium. Bläser brauchen bei Verstärkung ein bis zwei Mikrofone, Chöre im Freien fast immer eine Anlage; wer keine hat, plant den Chor in die Kirche.
  • Aufwärmraum. Ein beheizter Raum in Bühnennähe für 20 bis 60 Personen, mit Platz für Instrumentenkoffer: Gemeindehaus, Rathausfoyer, Schulaula. Blechbläser können bei Frost nur kurz spielen, weil Ventile und Züge einfrieren; darum die Blöcke kurz halten.
  • Stufen oder Podeste für Chöre. Drei Reihen sehen sich sonst gegenseitig nicht und hören den Dirigenten nicht. Bierzeltbänke sind keine Podeste.
  • Warme Getränke und Essen für alle Mitwirkenden. Ein Gutschein je Person bei den Ständen ist die einfachste Lösung. Für Kinderchöre alkoholfrei, mit Aufsichtspersonen eingerechnet.
  • Parkplatz und Weg. Ein Bus oder zehn Autos brauchen einen Platz nahe der Bühne; Tuben und Pauken tragen sich nicht durch die volle Budengasse.
  • Ansage und Programm. Wer das Ensemble mit Namen ansagt und das Programm am Stand aushängt, gibt dem Chor sein Publikum. Viele Besucher kommen wegen "ihres" Chores.

Welche Gegenleistung üblich ist

Auf Weihnachtsmärkten spielen die meisten Amateurensembles gegen Bewirtung und einen kleinen Betrag. Als Erfahrungswert: Posaunenchöre und Kirchenchöre oft ohne Betrag, wenn die Gemeinde beteiligt ist; Chöre und Bläserensembles gegen Bewirtung und Aufwandsentschädigung im niedrigen dreistelligen Bereich für Fahrtkosten und Noten; Blasorchester und Jagdhornbläser mit Anfahrt gegen mittleren dreistelligen Betrag. Semiprofessionelle Gruppen (Gospelchöre mit Band, Brass Bands) nennen eine Gage. Ein Spendentopf am Bühnenrand für den Verein ist üblich und wird gern gesehen. Was zählt, ist die Verlässlichkeit: fester Betrag, pünktlich, ohne Diskussion am Tag.

Die Meldung bei der GEMA macht der Veranstalter, also der Betreiber des Marktes; die Ensembles liefern ihr Programm. Weihnachtslieder sind großteils gemeinfrei, moderne Sätze und Arrangements aber nicht; das Programm mit Komponist und Bearbeiter gehört deshalb in die Absprache. Wie das im Detail läuft, steht im Artikel Wer meldet das Konzert (Abschnitt Grundregel).

Was in die Ausschreibung gehört

  1. Markttage und Bühnenzeiten mit freien Fenstern (zum Beispiel "Samstag 15 bis 18 Uhr, drei Blöcke à 30 Minuten").
  2. Bühne: Maße, Dach, Rückwand, Podeste, Strom, Anlage und Mikrofone, Licht.
  3. Aufwärmraum und Weg dorthin, Parkplatz, Anlieferung.
  4. Gegenleistung: Bewirtung (Gutscheine), Aufwandsentschädigung oder Gage, Spendentopf erlaubt.
  5. Gewünschte Musik: Weihnachtsprogramm, Mitsinglieder, Stille-Nacht-Regel (wann und von wem), keine Verstärkung nach 20 Uhr.
  6. Wer meldet bei der GEMA, wer macht Werbung, Ansprechpartner am Tag mit Handynummer.
  7. Rückmeldefrist, mit dem Hinweis, dass die Belegung im Oktober feststeht.

Ensembles auf Konzertreise sind auch im Advent unterwegs, vor allem Chöre aus dem Ausland, die deutsche Weihnachtsmärkte gezielt anfahren. Sie suchen Auftritte entlang ihrer Route und bringen ein Programm mit, das Ihr Publikum sonst nicht hört. Über concertbase erreichen Sie beide Gruppen: Ensembles aus der Region und Gruppen auf Reise.

Häufige Fragen

Wie viele Ensembles braucht ein Weihnachtsmarkt an einem Wochenende?

Als Erfahrungswert für einen Markt mit einer Bühne: zwei bis drei Auftritte je Tag von je 30 bis 45 Minuten, also vier bis sechs Ensembles je Wochenende, dazu ein Posaunenchor zur Eröffnung. Mehr Musik verdichtet das Programm, ohne dass mehr Besucher kommen.

Können wir einen Chor kurzfristig im November noch bekommen?

Manchmal, vor allem unter der Woche und an Nachmittagen. Die Adventswochenenden sind ab Mitte Oktober verplant. Wer im November fragt, bekommt eher Bläserquartette, Schulchöre und Gruppen auf Konzertreise, die ihre Route noch füllen.

Was kostet die Vermittlung über concertbase?

Die einfache Ausschreibung und die Vorschläge kosten Sie nichts. Es entsteht keine Verpflichtung, eines der vorgeschlagenen Ensembles zu buchen. Später kommen freiwillige Zusatzleistungen dazu, die einfache Ausschreibung bleibt kostenlos.

Ausschreibung für Ihren Weihnachtsmarkt aufgeben

Beschreiben Sie Markttage, Bühne, Zeiten und Gegenleistung. Wir melden uns mit passenden Chören, Bläsern und Gruppen auf Reise, in der Regel innerhalb von zwei Werktagen, von Hand ausgesucht: Ausschreibung aufgeben. Welche Besetzung zu welchem Anlass passt, steht auf der Seite Musikgruppe buchen.